REGENSBURG.  237 Stimmberechtigte in der Gaststätte der Donau-Arena hatten die Wahl bei der Mitgliederversammlung des EV Regensburg, die wegen des großen Andrangs (es gab vergangene Woche 50 Neumitglieder) mit 37 Minuten Verspätung begann. Die wichtigste Entscheidung fiel nach 45 Minuten Vorgeplänkel mit Abteilungsberichten und der Vorstellung der rivalisierenden Teams der bisher gemeinsam tätigen Vorstände Christian Köcher und Harald Hofmeister um 21.31 Uhr erst im zweiten Wahlgang: Mit 121:116 Stimmen behielt Köcher die Oberhand und wurde vom Leiter des vierköpfigen Wahlausschusses, Werner Manhart, dem Leiter des Wahlausschusses, zum Sieger erklärt.

Der erste hatte bei einer Enthaltung mit 118:118 in einem kuriosen Patt geendet. Danach kam noch ein Wähler dazu – und das Köcher-Team feierte mit einem lauten Jubelschrei. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und nehme die Wahl an“, sagte Köcher.

Das Wahlergebnis bedeutet wohl auch das Ende der Zeit von Sven Gerike beim EV Regensburg. „Wenn Köcher gewinnt, kann ich wohl meine Koffer packen“, hatte der 35-Jährige gesagt, der als Spieler, Trainer und Manager viel zum Neuaufbau der vergangenen vier Jahre mit dem Beginn in der Landesliga beigetragen hatte.

Köcher hatte bei seinem zunächst kurzen, auf Nachfrage ausführlicheren Plädoyer für seine Crew noch einen Joker aus dem Ärmel gezogen und mit dem ehemaligen Eisbären-Manager und Eishockey-Weltmeister Jiri Lala einen prominenten Namen „als wirtschaftlichen und sportlichen Berater“ erstmals öffentlich genannt. Hofmeister hatte schon zuvor in einer Erklärung die Vorwürfe kommentiert, er habe Verträge in den vergangenen Wochen blockiert. „Wir haben eine Unterdeckung des Etats im sechsstelligen Bereich, deswegen war es mir nicht möglich, Verträge zu unterschreiben. Zumindest, solange man nicht weiß, wie er abgedeckt ist.“

Christian Köcher ist wenig überrascht, dass es am 24. Juli eine Kampfabstimmung um den Vorsitz beim EV Regensburg geben wird. „Vor 14 Tagen gab es eine ziemlich gesittete Diskussion in einer Vorstandssitzung. Und jetzt ist das halt so“, sagt Köcher, der seit September 2009 1. Vorstand ist und sich nächsten Dienstag mit einem Team seines bisherigen Stellvertreters Harald Hofmeister konfrontiert sieht. „Ich hege ja schon seit der letzten Mitgliederversammlung im Mai die Vermutung, dass es gegen mich geht.“

Köcher hat auch sein Team stehen, mit dem er kandidieren wird. Jugendleiter Peter Schütz und ein Kandidat, der namentlich noch nicht genannt werden soll, sollen die drei Vorstandsämter bekleiden. Als Schatzmeister lässt sich mit Franz Herrmann ein Spielervater aufstellen, Schriftführerin soll Silvana Ulbricht bleiben. Kurios dabei: Peter Leserer, der schon im „Team Hofmeister“ als Mitgliederwart benannt ist und am Montagabend bei der Präsentation fehlte, taucht auch im Team von Christian Köcher auf. „Dazu gibt es einen erweiterten Kreis zum Beispiel mit Inline-Abteilungsleiter Prof. Dr. Striegnitz, der unterstützend tätig sein will“, sagt Köcher.

Dem ersten EVR-Vorstand missfällt, dass ihm der Vorwurf der mangelnden Teamarbeit gemacht wird. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt keinen Alleinherrscher im Verein – und das ist auch gut so“, sagt er. „Einer allein kann sich schnell verrennen.“ Auch die vielen offenen Kaderfragen und der Fall Thomas Daffner würden das Dilemma widerspiegeln. „Ich habe immer darauf gedrungen, mit Thomas zu reden, weil er ein wichtiger Mensch für den Verein ist“, sagt Köcher. „Sicher bin ich auch mit schuld, dass das nicht passiert ist – aber ich bin es nicht voll umfänglich.“

Begonnen habe die Misere schon bei der Trainersuche, sagt Köcher. „Die Entscheidung hätte in 14 Tagen, spätestens vier Wochen erledigt sein können. Doch da wurde massiv dagegen gesteuert. Das sehe ich wenigstens so.“ Die mögliche Verpflichtung von Sulak-Wunschkandidat Milos Vavrusa für die Verteidigung ist durch die Verzögerungen wohl auch passe. „Sulak hat mir gesagt, dass Vavrusa in die 2. Liga gehen wird“, sagt Köcher.

Für nächsten Dienstag erwartet Christian Köcher „mit Sicherheit eine spannende Veranstaltung. Die Existenz des gesamten Vereins hängt dran – und nicht nur die erste Mannschaft oder einzelne Spieler, die dort spielen.“

Am gestrigen Samstag fand in München die Ligatagung der Oberliga Süd statt. Aktuell startet elf Teams in die neue Saison. Ob der ERC Sonthofen als zwölftes Team aus der Bayernliga in die Oberliga nachrückt, wird sich in den nächsten Tagen klären. Die Oberliga-Süd startet am 28. September in die neue Saison. Mit aktuel...l elf Mannschaft hätte jede Mannschaft 40 Spiele. Bei zwölf Mannschaften wären es 44 Spiele pro Team. Während des Deutschland-Cups (09. bis 11. November) und der Olympia-Quali (07. bis 12. Februar) werden keine Spiele ausgetragen. Die Play-off und Play-downs starten am 27. Februar. Die erste Play-off Runde wird im best-of-five Modus ausgetragen. Bei elf Teams spielen die Plätze neun bis zwölf eine Doppelrunde und Mitnahme der Punkte. Der letzte wäre der sportliche Absteiger. Sollten es zwölf Team werden, gibt es zwischen den letzten vier Play-downs ebenfalls im best-of-five Modus. Am 16. September findet die erste Runde des DEB-Pokal statt.
EV Regensburg erhält „Goldenen Puck“ der Erich-Kühnhackl-Stiftung Am Samstag, 07.07.2012 wurde der EV Regensburg im Rahmen des Erich-Kühnhackl-Stiftungs-Golfturniers „Eishockey-Classics 2012“ in Landshut-Oberlippbach für die herausragende Nachwuchsarbeit mit dem symbolischen goldenen Puck ausgezeichnet. Diese Auszeich...nung ist mit 10.000 EUR dotiert, die unserem Nachwuchs für die Fortsetzung der tollen Arbeit zur Verfügung gestellt wird. Christian Köcher als 1. Vorstand, Peter Schütz als Jugendleiter und allen voran Stefan Schnabl als der erfolgreiche Trainer durften diese ehrenvolle Auszeichnung vor zahlreich geladenen Ehrengästen entgegennehmen. Als Begründung für diese Ehrung wurde vom Stiftungsrat honoriert:• Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft Junioren-Bundesliga mit Trainer Stefan Schnabl• Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft Jugend-Bundesliga und gleichzeitigem Aufstieg in die Deutsche Nachwuchsliga mit Trainer Stefan Schnabl• Das Erreichen des 4. Platzes der Deutschen Meisterschaft in der Schüler Bundesliga mit Trainer Peter Drews Foto/Quelle: „Wolfgang Krzizok“

Die Tölzer Löwen werden in der kommenden Saison wohl wieder in der Oberliga Süd spielen müssen. Zwar hatten die Tölzer eine vorläufige Lizenz erhalten, doch angesichts der Auflage mit der extrem hohen Bürgschaft über 225.000 Euro mussten Löwen Präsident Josef Hintermaier und Geschäftsführer Manfred Gröger die Reißleine ziehen. Die Löwen haben offiziell bekannt gegeben, dass sie aufgrund der Auflagen nicht an der 2. Bundesligasaison 2012/13 teilnehmen können. Bis zum Mittwoch, 11. Juli, hätten die Löwen-Verantwortlichen die Bürgschaft beibringen müssen. Aus der Traum. Im Prinzip von Anfang an eine Lizenzverweigerung der ESBG, nur in "schönerer" Verpackung anhand der vorläufigen Lizenz.

Josef Hintermaier machte aus seiner Enttäuschung kein Hehl: "Es ist sehr, sehr schade, dass man bei der ESBG offenbar nicht begriffen hat, dass es uns bei der Forderung nach einer Förderlizenz-Regelung nicht nur um die Durchsetzung eigener Interessen, sondern auch um die Zukunft des deutschen Eishockey-Nachwuchses gegangen ist. Unser Vertrauen in den Nachwuchs, die Basis unseres Oberliga-Meistertitels, wurde völlig ignoriert. Doch wir wollen auch weiterhin unseren jungen Spielern Perspektiven bieten, anstatt teure Stars durch die Lande zu schicken." Josef Hintermaiers ernüchterndes Fazit: "Im deutschen Eishockey regieren also auch weiterhin Egoisten, die nicht in der Lage sind, uber ihren Tellerrand hinauszuschauen."

Wie geht es nun weiter? Am Samstag findet die Ligentagung der Oberliga Süd in München statt, an der die Tölzer wohl sicher teilnehmen werden. Offiziell wollen sich die Löwen in einem öffentlichen Pressegespräch am Mittwoch, 11. Juli, um 20 Uhr in Stadiongaststätte zu den Fragen der Medien und Fans äußern.

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