Der Spielermanager spricht ein Machtwort. Sven Gerike ärgert, dass das Thema beim Eishockey-Oberligisten nicht der 5:3-Sieg des EV Regensburg über Tabellenführer Bad Tölz vom Sonntag ist. Das große Thema ist vielmehr Benjamin Frank, sein Stockschlag in Selb ins Gesicht von Jari Pietsch und die Matchstrafe dafür. „Er wird nicht mehr für den EVR auflaufen“, sagt Gerike jetzt unabhängig von den offiziell sechs Spielen Sperre.
„Mir tut es leid. Das ist der erste Spieler, der in meiner Amtszeit gehen muss. Wir sind dankbar, was Benji in den drei vergangenen Jahren für uns getan hat, aber die gemeinsame Reise ist hier zu Ende“, sagte Gerike. Frank reagierte von der telefonischen Nachricht überrascht: „Mich hat keiner gefragt. Es ist sehr, sehr schade, dass man bei einem einheimischen Spieler gleich mit einer Suspendierung reagiert.“ Der 25-jährige Großhandelskaufmann im Außendienst hatte sich vor der Saison versetzen lassen und seinen Lebensschwerpunkt aus Weiden nach Regensburg verlegt.
„Das ist nur Sache des Vereins“
Noch am Mittwochabend war der offizielle Sprachgebrauch gewesen, dass es bei einer vorläufigen Suspendierung bleibe und eine endgültige Entscheidung erst noch gefällt werden müsse. „Wir reagieren ja nicht auf diese eine Strafe“, sagt Sven Gerike, „sondern auf viele Sachen aus den vergangenen Jahren. Wir machen das nicht gerne, aber jetzt reicht es eben! Und diese Meinung wird auch von Trainer und Vorstand geteilt.“ Benjamin Frank dagegen hätte sich eine Vorstufe der Strafe gewünscht: „Gut, nach meinen Strafzeiten in der Vergangenheit wurde mit mir schon geredet. Aber ich wurde im vergangenen Jahr ja auch oft verteidigt, etwa in Passau.“
Dem EVR-Spielermanager gefällt im Fall Frank auch nicht, wie sehr die Fans mitentscheiden wollen. Für Mittwochabend hatten sich einige Anhänger sogar im Training angekündigt, um für Benjamin Frank ein gutes Wort einzulegen. „Das geht doch nicht. Ich weiß nicht, was das soll“, sagt Gerike. „Das ist ausschließlich Sache des Vereins. Außerdem ist es so, dass man Mord und Totschlag schreit, wenn andere das machen, aber nicht bei den eigenen Leuten“, sagt Gerike und erinnert an den Fall des Stockschlags von Weißwassers Sean Gagnon gegen den damaligen EVR-Torjäger Mark Woolf.